Wegeseitenränder
Pflege und Entwicklung von Wegeseitenrändern
Unter Wegeseitenränder versteht man die Randstreifen eines öffentlichen Weges oder einer Straße.
An vielen Wegen in der Gemeinde Hatten wird der Seitenbereich bislang wenig insektenschonend ein- bis zweimal im Jahr gemulcht. Dies geht schnell und „kostet nicht viel". Allerdings sterben bei dieser Vorgehensweise im schlechtesten Fall fast alle Insekten.
IPEN hat zusammen mit der Gemeinde Hatten ein dreijähriges Pilotprojekt gestartet, bei dem neue Formen der Pflege erprobt werden sollen. Hierzu wurden drei Pilotstrecken ausgewählt. Sie liegen in Munderloh (Hartmannsweg), Sandhatten (Haferkampstraße) und Streekermoor (Dachsweg).
Auf diesen Flächen sollen u.a. abschnittseise grüne Inseln durch eine veränderte Mähtechnik entstehen. Gegenüber dem bisher angewendeten Mulchen verspricht man sich mit dem Einsatz der Doppelmesser-Mähtechnik in Verbindung mit einer verzögerten Abfuhr des Mähgutes große ökologische Verbesserungen. Getestet werden soll auch, inwiefern das Mähen in Abschnitten – dabei bleiben immer wieder grüne „Inseln“ als Rückzugsorte und Überwinterungsstätten unberührt – sich positiv auf die Zahl der Insekten auswirkt.
Begleitet wird das Projekt von den Fachleuten des ökologischen Kompetenzzentrums Oldenburger Land (ÖKOL) in Huntlosen. Sie erfassen die Flora und Fauna in diesen Bereichen über einen Zeitraum von drei Jahren (2024 – 2026) . Anhand der Anzahl von Heuschrecken und anderen Insekten wird der Erfolg des Vorhabens wissenschaftlich ausgewertet. Ab Herbst 2024 wird es hierzu einen jährlichen Bericht von ÖKOL/IPEN geben.
Hier ein Bild aus dem Sommer 2024 von der Haferkampstraße in Sandhatten.
Dieses schöne Bild von einem lebendigen Wegrain entstand im Juli 2024 am Hartmannsweg in Munderloh.
Durch eine veränderte Arbeits- und Pflegepraxis soll die Artenvielfalt von Flora und Fauna positiv beeinflusst werden.

Hier sieht man, wie statt eines Mulchmähwerkes, welches die Vegetation Gras fein häckselt, ein Balkenmäher eingesetzt wird.
Das Mähgut bleibt liegen und wird erst nach 14 Tagen abgefahren. Dadurch kann es aussamen und bildet die Grundlage für die Vegetation im nächsten Jahr.